Der Knochen ist alt. Sogar uralt. 83 Millionen Jahre. Es verrottete jahrzehntelang in einer Schublade, während die Welt vergaß, dass es existierte.
Jetzt wissen wir dank einer neuen Veröffentlichung in Acta Palaeontologica Polónica genau, was es ist. Ein Schwanzwirbel. Von einem Titanosaurier. Konkret handelte es sich um eine kleine Art, wahrscheinlich eine junge oder vielleicht eine Zwergart, die nur sechs oder sieben Meter lang wurde. Dieses als BAS D.862.1.25 katalogisierte Exemplar stammt aus der Santa-Marta-Formation auf James Ross Island, vor der Spitze der Antarktischen Halbinsel. Es stammt aus dem Campanium -Stadium der späten Kreidezeit.
Es saß da. Im Dunkeln. Warten.
Hier liegt die Ironie. Dieses winzige Stück verkalkter Geschichte ist das erste Dinosaurierfossil, das jemals in der Antarktis gesammelt wurde. Schauen Sie sich das an. Vor Antarctopelta – dem gepanzerten Tier, das 198 gefunden wurde und dem üblicherweise der Titel „erster Dinosaurier der Antarktis“ zugeschrieben wird – befand sich dieser Knochen in der Hand. Gefunden am 9. Dezember 1985 von Michael Thomson und Reinhard Förster.
Sie haben es verpasst.
Offensichtlich.
Paul Barrett vom Natural History Museum, London brachte es auf den Punkt: Es sah unauffällig aus. Meistens nur ein Stein. Aber zu der Zeit, als dieses Tier auf der Erde wandelte? Üppig. Wälder der gemäßigten Zone bedeckten den Kontinent. Reichlich Essen. Für riesige Pflanzenfresser. Wenn wir an die Antarktis denken, stellen wir uns Eis vor. Das ist unser Problem, nicht ihres.
Die neue Studie von Paul Barrett und seinem Team nutzte CT-Scans. Sie schauten in den Knochen. Die Technologie enthüllte Strukturen, die vierzig Jahre lang verborgen gewesen waren. Ohne den Scanner handelt es sich immer noch um Trümmer in einer Kiste.
Also. War dieser Dinosaurier mit den anderen verwandt?
Wahrscheinlich. Es deutet darauf hin, dass mehrere Abstammungslinien langhalsiger Sauropoden während der Kreidezeit hier umherstreiften. Es stärkt die Rolle der Antarktis als Brücke. Also kein Eis, sondern Land. Verbindet Südamerika, Australien und Neuseeland. Bevor Gondwana auseinanderbrach und uns gefrorene Wüsten und Pinguine zurückließ.
Matthew Lamanna vom Carnegie Museum of Natural History nannte es einen seltenen Beweis. Natürlich hat er es getan. Samantha Beeston, Ph.D. Student am University College London, wies darauf hin, warum Museen Dinge horten. Neue Methoden. Alte Gegenstände. Die Combo schaltet Geschichte frei, die vor aller Augen auf sie wartete.
Vielleicht gibt es noch mehr.
Wenn der Klimawandel das Eis schmilzt, könnten wir weitere Beweise für die frühere Artenvielfalt finden. Die Wälder sind verschwunden, begraben unter dem Weiß. Die Dinosaurier sind tot. Aber ihre Knochen lecken wieder heraus, eine Schublade, ein CT-Scan nach dem anderen.
