Schwindendes Licht, schwindende Geduld

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Freitag, 3. Juli. Schauen Sie nach. Es ist immer noch hell. Aber das Licht flieht.

Heute Abend ist wieder der abnehmende Gibbous-Mond zu sehen. Der Zyklus wendet sich vom Vollmond ab. Dem Neumond entgegen. Jede Nacht danach schrumpft die Festplatte. Das Leuchten wird schwächer. Sie werden es bemerken, wenn Sie tatsächlich hinsehen.

Laut dem Daily Moon Guide der NASA sind derzeit 90 Prozent der Oberfläche sichtbar. Das ist eine Menge Mond, den man verpassen kann, wenn man nicht hinschaut.

Du brauchst keine Ausrüstung. Nur Augen. Suchen Sie nach Mares Imbrium und Mares Serenitatis. Sehen Sie sich auch den Kopernikus-Krater an. Sie sitzen dort in den dunklen Ebenen. Warten auf Sie. Fernglas? Sicher. Dann taucht der Clavius-Krater auf. Stute Frigoris. Das Grimaldi-Becken kommt in Sicht.

Habe ein Teleskop. Besser noch.

Das alles bekommst du. Plus Apollo 14. Apollo 15. Apollo 16. In den Staub geätzte Landeplätze. Menschheitsgeschichte in Grau geschrieben.

Wann bekommen wir das nächste Mal den vollen Lichtstrahl? 29. Juli.

Achtzehn Tage. Geben oder nehmen.

Wie funktioniert das überhaupt? Die NASA schlüsselt es einfach genug auf. Der Mond umkreist die Erde in 29,5 Tagen. Es durchläuft acht verschiedene Phasen. Uns steht immer die gleiche Seite gegenüber. Die Sonne scheint nicht immer auf derselben Seite. Während es um uns herum reist. Die Beleuchtung ändert sich. Die Form verändert sich. Schlanker Halbmond. Viertel bis gewölbt. Endlich voll. Dann passiert das Gegenteil. Dies ist der Mondzyklus. Ein unerbittliches Uhrwerk.

Neumond. Der Mond sitzt zwischen Erde und Sonne. Wir sehen die dunkle Seite. Nichts. Es verschwindet vom Himmel.

Wachsender Halbmond. Auf der rechten Seite erscheint ein Splitter. Wenn Sie sich auf der Nordhalbkugel befinden. Das Licht baut sich langsam auf.

Erstes Viertel. Die Hälfte der Scheibe leuchtet auf. Die rechte Hälfte. Ein starker Halbkreis.

Wachsender Gibbous. Mittlerweile mehr als die Hälfte. Nicht voll. Nur vom Licht geschwollen.

Vollmond. Alles davon. Hell und unbestreitbar.

Abnehmender Gibbous. Jetzt beginnt es an Boden zu verlieren. Das Licht blättert von rechts ab.

Drittes Viertel. Wieder die Hälfte. Aber anders. Die linke Seite leuchtet jetzt. Symmetrie erreicht. Oder vielleicht einfach verloren.

Abnehmender Halbmond. Ein letzter dünner Streifen auf der linken Seite. Schnell verblassend. Dann wird es wieder dunkel.

Der Zyklus beginnt von vorne. Stets. Wir schauen zu. Wir vergessen. Wir schauen noch einmal zu.