Ceftazidim-Avaxactam versagt gegen Krankenhaus-Superbakterien

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CZA sollte die nukleare Option sein. Wenn Pseudomonas aeruginosa -Infektionen nicht sterben wollen, rufen Ärzte den Schwerverletzten. Ceftazidim-Avabactam. Es ist die letzte Verteidigungslinie. Ein Sicherheitsnetz für Schwerkranke.

Dieses Netz franst aus.

Ein Team der Tongji-Universität hat gerade einen Artikel in Microbiology Spectrum veröffentlicht, der beim Lesen Unbehagen bereitet. Basierend auf zwei Patienten – nur zwei, wohlgemerkt, aber bezeichnend – ist Pseudomonas dabei, sich aus dem Griff der CZA zu befreien.

So funktioniert es. Die Bakterien optimieren ihre Enzyme. Insbesondere geänderte Versionen von KPC-71 und KPC-78. Diese Mutanten sitzen nicht einfach da. Sie bauen aktiv den chemischen Schutzschild von CZA, die „Avibactam“-Komponente, ab. Es ist, als würde ein Schlüssel in einem Schloss abbrechen und den Zugangsmechanismus unbrauchbar machen.

Diese neuen Enzymvarianten arbeiten mit den bestehenden Abwehrkräften des Bakteriums zusammen. Synergie auf die schlimmste Art und Weise. Der Käfer wird nahezu undurchdringlich.

„Pseudomonas aeruginosa … ist eine der Hauptursachen für gesundheitsbedingte Infektionen“, schreiben die Forscher. „Die abnehmende Wirksamkeit verfügbarer antimikrobieller Therapien … hat die globale Bedrohung verschärft.“

Wir haben diesen Film schon einmal gesehen. Pseudomonas ist überall. Im Boden. Im Wasser. Wahrscheinlich auf dem Bildschirm Ihres Telefons. Normalerweise ignoriert es gesunde Menschen und jagt nur diejenigen, die durch Krankenhausaufenthalte, Beatmungsgeräte und Katheter geschwächt sind. Es ist ein Opportunist.

Und im Moment wird es immer mutiger. Besonders schlimm ist der in China kursierende Stamm ST463. Hoch ansteckend. Schwere Krankheit. Ohne diese neuen Mutationen bereits medikamentenresistent.

Jetzt verdichtet sich die Handlung.

Da die Bakterien so damit beschäftigt sind, sich anzupassen, um CZA zu besiegen, haben sie versehentlich ihre Abwehrkräfte gegen ältere Medikamente geschwächt. Carbapeneme – wie Imipenem und Meroperem – wirken plötzlich wieder. Es ist ein biologischer Kompromiss. Ein evolutionäres Versehen.

Bedeutet das, dass wir einfach wieder auf ältere Medikamente umsteigen können?

Vielleicht. Für eine Minute.

Die Forscher nennen es einen „Wippeffekt“. Heutzutage hat das Bakterium weniger Angst vor CZA, dafür aber mehr vor Carbapenemen. Morgen? Unter dem Druck der Carbapeneme könnten sie sich zurückbilden. Oder weiter mutieren. Oder wieder immun gegen alles werden. Die phänotypische Anfälligkeit sieht hoffnungsvoll aus, täuscht aber wahrscheinlich. Eine vorübergehende Ruhe vor dem Sturm.

„Ärzte müssen auf CZA-Resistenz achten … Das Auftreten dieser Varianten unterstreicht die dringende Notwendigkeit“, warnen sie.

Wir können nicht einfach die Pille wechseln und wieder einschlafen. Das ist Plastizität. Das ist Anpassung in Echtzeit.

Hygiene hilft. Die Reinigung von Ventilatoren hilft. Aber man kann die Evolution nicht desinfizieren.

Wir müssen diese Stämme wie die Falken im Auge behalten. Beobachten Sie sie genau. Seien Sie der nächsten Mutation immer einen Schritt voraus. Denn im Moment verliert unser letztes Antibiotikum den Kampf.

Was kommt nach CZA?

Diese Frage hält die Forscher schlaflos.