Das Eis im Beringmeer verschwindet in einem Tempo, wie wir es seit Jahrtausenden nicht mehr erlebt haben. Eine neue Studie bestätigt, was Satellitenbilder seit Jahren andeuten: Die winterliche Eisdecke schrumpft dort schneller als jemals zuvor in den letzten 5.500 Jahren.
Es klingt wie ein Schock. Aber wenn Sie die Trends in der Arktis verfolgt haben, ist das nicht wirklich der Fall. Wir wussten bereits, dass sich das Fenster schloss. Schauen Sie zurück auf den April 2013. Damals haben NASA-Satelliten Bilder aufgenommen, die zeigen, wie über 500.000 Quadratkilometer Meereis die Region zwischen Russland und Alaska bedecken.
Schneller Vorlauf ins Jahr 2018. Die NASA hat ein weiteres Bild veröffentlicht. Dieser zeigte fast nichts. Nur offenes, dunkles Wasser, wo Eis sein sollte. Die Lücke zwischen diesen beiden Schnappschüssen war nicht nur auf Wetterschwankungen zurückzuführen. Es war eine Flugbahn. Und dieser Verlauf wird steiler.
Die Geschwindigkeit des Wandels im Beringmeer
Warum ist die Schmelzrate wichtiger als nur die verlorene Gesamtfläche? Weil Geschwindigkeit den ökologischen Zusammenbruch diktiert. Das Beringmeer ist nicht nur eine gefrorene Fläche. Es ist ein Lebensmittelmotor.
Wenn sich Wintereis spät bildet oder früh zurückgeht, unterbricht es die gesamte Kette. Auf der Unterseite dieses Eises wachsen Eisalgen. Kleine Krebstiere fressen es. Fische fressen die Krebstiere. Robben und Vögel fressen die Fische. Eisbären (oder ihre Artgenossen im Pazifik) fressen die Robben. Durchbrechen Sie die eisige Zeitlinie und Sie durchbrechen den Kalender für alles andere.
Das ist nicht theoretisch. Wir beobachten ein Echtzeitexperiment zur ökologischen Anpassung. Und die Probanden passen sich nicht schnell genug an.
Wie Langzeitdaten die Krise offenbaren
Die Studie hebt etwas Konkretes hervor: Dies ist keine zyklische Anomalie. Es ist ein Strukturwandel. Das Ausmaß des jüngsten Rückgangs übersteigt alle natürlichen Schwankungen, die in Proxy-Daten aus fast sechs Jahrtausenden aufgezeichnet wurden.
Das bedeutet, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel nicht nur den Planeten erwärmt. Es verändert das lokale Klima auf eine Weise, die es am Ende der letzten Eiszeit nicht gab. Das Beringmeer entwickelt sich zu einem Ort, an dem Wintereis eher optional als garantiert ist.
Warum das für den pazifischen Nordwesten und Russland wichtig ist
Sie könnten denken: „Es ist Eis mitten im Nirgendwo. Wen interessiert das?“
Deshalb ist es wichtig:
- Wettermuster: Meereis fungiert als Wärmepuffer. Weniger Eis bedeutet mehr Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre. Dies kann Jetstreams stören und möglicherweise zu extremeren Wetterereignissen in Nordamerika und Eurasien führen.
- Indigene Gemeinschaften: Für die Inuit und andere indigene Völker in Alaska und Sibirien ist Meereis kein Hintergrund. Es ist Infrastruktur. Es sind Straßen. Es sind Jagdgründe. Es ist Sicherheit. Wenn das Eis unzuverlässig wird, ist ihre gesamte Lebensweise gefährdet.
- Meeresökosysteme: Das Beringmeer ist eines der produktivsten Fischereigebiete der Erde. Verschiebungen der Eisdecke verändern die Planktonblüten. Das verändert die Fischbestände. Das wirkt sich auf die globale Ernährungssicherheit aus.
Das Gesamtbild
Wir verlieren nicht nur Eis. Wir verlieren eine Uhr. Der jährliche Zyklus von Frost und Tauwetter reguliert seit Tausenden von Jahren das Leben in der Arktis. Nun, diese Uhr ist kaputt.
Die Daten von 2013 bis 2