Orchestrina di Camera: Der viktorianische Keyboard-Hack für fehlende Blechbläser

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W.E. Evans aus London hat nicht nur ein Instrument gebaut. Er baute einen Workaround. Die am 29. Oktober 1862 patentierte orchestrina di camera ist eine Gruppe kleiner Tasteninstrumente, die den Klang von Klarinette, Oboe, Flöte, Waldhorn und Fagott imitieren sollen.

Das Problem war praktischer Natur. Für Orchestrierungen waren bestimmte Spieler erforderlich. Manchmal waren diese Spieler nicht verfügbar. Evans bot eine Lösung: einen tastaturbasierten Ersatz. Diese Instrumente verwendeten durch einen Blasebalg aktivierte freie Stimmzungen. Sie wurden so gebaut, dass sie dem gleichen Stil entsprechen wie die Instrumente, die sie ersetzten, sodass ein einzelner Keyboarder einspringen konnte, wenn das gesamte Orchester unterbesetzt war.

Wie die Orchestrina di Camera im 19. Jahrhundert arbeitete

Der Mechanismus war unkompliziert, aber für die damalige Zeit clever. Anstelle von Saiten oder Pfeifen beruhten diese Instrumente auf freien Stimmzungen, die durch Luft aus einem Blasebalg in Schwingung versetzt wurden. Dies ermöglichte eine tonale Nachahmung. Sie könnten einen Waldhornpart oder vielleicht eine Fagottstimme anschließen und die Tastatur damit beauftragen.

Warum war das wichtig? Es überbrückte die Lücke zwischen vollem Orchesterbedarf und begrenztem Personal. Es handelte sich im Wesentlichen um ein Probepaket aus dem 19. Jahrhundert, allerdings physisch. Wenn Sie keinen Flötisten finden konnten, haben Sie einen Keyboarder mit einem Orchester gefunden.

Welche Instrumente hat W.E. Evans versucht zu ersetzen?

Das Design zielte auf bestimmte Bläser- und Blechbläserstimmen ab. Evans wollte Folgendes reproduzieren:
– Klarinette
– Oboe
– Flöte
– Waldhorn
– Fagott

Jedes Modell wurde so gefertigt, dass es der Reichweite seines Zielinstruments entspricht. Dies bedeutete, dass sich der Keyboarder keine Sorgen machen musste, dass Noten außerhalb des spielbaren Bereichs lagen. Das Instrument war der Ersatz.

War es eine perfekte Nachahmung? Wahrscheinlich nicht. Aber es war funktional. Es löste logistische Probleme für Komponisten und Regisseure, die einen Klang brauchten, auch wenn die Klangfarbe nicht ganz stimmte.

Das Orchestrina di Camera ist ein faszinierendes Stück Musikgeschichte. Es zeigt, wie nahe viktorianische Erfinder Jahrhunderte vor dem Moog der elektronischen Synthese kamen. Es war ein Werkzeug zum Überleben im Orchestergraben, nicht nur Kunst.