Warum Wilhelm Friedemann Bach das Geheimnis der Musikgeschichte bleibt

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Wilhelm Friedemann Bach hat nicht nur einen Namen geerbt. Er trug die Last des Erbes Johann Sebastian Bachs und bahnte sich gleichzeitig seinen eigenen chaotischen Weg durch die Musikszene des 18. Jahrhunderts. Er wurde im November 1710 in Weimar geboren und war der älteste Sohn von J.S. Bach und Maria Barbara Bach. Sein Leben liest sich weniger wie eine stabile Karriere als vielmehr wie eine Reihe verpasster Gelegenheiten und plötzlicher Zusammenbrüche. Er starb am 1. Juli 1784 in Berlin, weitgehend vergessen, bis moderne Gelehrte entschieden, dass er eine Neubewertung wert sei.

Von Leipzig nach Dresden

Seine Ausbildung begann zu Hause. J.S. Bach schrieb bestimmte Stücke für Klavier für seinen Sohn, als W.F. war gerade zehn Jahre alt. Das Klavierbüchlein vor Wilhelm Friedemann Bach gilt heute als charmantes Artefakt dieser Vater-Sohn-Dynamik. Doch Wilhelm blieb nicht nur beim Cembalo. Er studierte auch Violine. 1729 hatte er sich an der Universität Leipzig immatrikuliert und damit bewiesen, dass er neben der musikalischen Praxis auch akademische Strenge beherrschen konnte.

Seine berufliche Laufbahn begann früh. Im Jahr 1733, noch in seinen frühen Zwanzigern, komponierte er bereits viel und bekam eine Organistenstelle an der Sophienkirche in Dresden. Das war ein prestigeträchtiger Auftritt. Es gab ihm Stabilität und eine Plattform, um mit den wechselnden musikalischen Gezeiten der Ära zu experimentieren.

Die Halle-Jahre und die Risse erscheinen

1746 zog er erneut um. Diesmal zur Liebfrauenkirche in Halle. Es war ein Schritt, der zunächst vielversprechend schien. Doch etwa zu dieser Zeit, vielleicht auch ausgelöst durch den Tod seines Vaters im Jahr 1750, begannen sich die Dinge zu entwirren. Die Persönlichkeitsschwierigkeiten waren nicht subtil. Übermäßiger Alkoholkonsum wurde zum Problem. Die Zuverlässigkeit verschwand.

Er heiratete Ende 1751. Anstatt sesshaft zu werden, wurde er unruhig. Er beantragte sowohl 1753 als auch 1758 einen Stellenwechsel. Beide Anträge scheiterten. Die Ablehnung schmerzte. Sein Vertrauen in seine eigenen Talente blieb bestehen, auch als sein beruflicher Ruf bröckelte. Er bildete sich ein, dass sein Genie nicht anerkannt wurde, auch wenn sein Talent nie wirklich angezweifelt wurde. Es wurde einfach schlecht gemanagt.

Ein Jahrzehnt der Ablehnung

Die 1760er Jahre waren brutal. 1762 erhielt er eine Anstellung am Darmstädter Hof. Er hat es nicht genommen. Warum? Die Gründe gehen in der Geschichte verloren, aber das Ergebnis war ein Einkommens- und Statusverlust. 1764 legte er sein Amt in Halle nieder. In den nächsten zwanzig Jahren suchte er vergeblich nach einer festen Anstellung.

„Er wurde empfindlich und unzuverlässig… obwohl seine Talente nie angezweifelt wurden, bildete er sich das doch ein.“

Dies ist keine Geschichte über einen faulen Komponisten. Es ist eine Geschichte über einen Mann, der sich mit der Politik und den Erwartungen seiner Zeit nicht auseinandersetzen konnte. Er steckte zwischen zwei Welten fest. Der Barockstil seines Vaters war im Aussterben begriffen. Der neuere galante Stil war auf dem Vormarsch. W.F. Bachs Musik schwankte zwischen diesen beiden Polen. Manche nennen es Rokoko. Andere nennen es Übergang. Auf jeden Fall war es einzigartig.

Die Musik

Für jemanden, der so lange lebte wie er, sind seine Kompositionen spärlich. Tastatur