Der Klimawandel bedroht die Migration des legendären Monarchfalters

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Der Klimawandel stellt eine wachsende Bedrohung für die spektakuläre jährliche Wanderung der Monarchfalter durch Nordamerika dar. Forscher gehen davon aus, dass veränderte Klimabedingungen den geeigneten Lebensraum in Mexiko verkürzen könnten, was möglicherweise die generationsübergreifende Reise der Schmetterlinge stört und, was entscheidend ist, die Migration selbst verändert, anstatt die Art in Richtung Aussterben zu treiben.

Die Monarchenmigration in Gefahr

Jedes Jahr unternehmen Millionen Monarchen ( Danaus plexippus ) eine bemerkenswerte Hin- und Rückwanderung über Tausende von Kilometern. Im Herbst verlassen sie ihre Brutgebiete in Kanada und den Vereinigten Staaten, um in den Bergregionen Zentralmexikos zu überwintern. Wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, setzen nachfolgende Generationen ihren Zyklus weiter nach Norden fort, da Wolfsmilch ( Asklepias ) verfügbar ist, die einzige Pflanze, die ihre Raupen fressen und in der die Weibchen Eier legen.

Eine neue Studie, die am 25. Februar in PLOS Climate veröffentlicht wurde, warnt jedoch davor, dass wechselnde Temperaturen den optimalen Überwinterungslebensraum innerhalb Mexikos weiter nach Süden verschieben könnten. Dies würde eine ohnehin schon anstrengende Reise verlängern und den Energieaufwand für die Insekten erhöhen.

Migration vs. Aussterben

Das Hauptanliegen ist nicht unbedingt das Überleben der Art, sondern das Überleben der Migration selbst. Die Biologin Carolina Ureta von der Nationalen Autonomen Universität Mexiko vermutet, dass einige Monarchen sich möglicherweise einfach dafür entscheiden, in Mexiko zu bleiben, anstatt weiter nach Norden zu reisen, wenn die Rückreise zu anstrengend wird.

„In diesem Fall ist die Art nicht durch den Klimawandel gefährdet, wohl aber die Migration.“

Dies ist von Bedeutung, denn obwohl die Populationen der Monarchfalter seit den 1990er Jahren aufgrund von Lebensraumverlust, extremen Wetterbedingungen, Pestiziden und Parasiten bereits um über 80 % zurückgegangen sind, handelt es sich bei der Migration um ein einzigartiges ökologisches Phänomen. Andere Monarchenpopulationen weltweit unternehmen keine derartigen Fernbewegungen.

Rückgang des Lebensraums und Zukunftsprognosen

Forscher verwendeten Computersimulationen, um die zukünftige Verbreitung von Wolfsmilch unter verschiedenen Klimaszenarien zu modellieren. Die Ergebnisse deuten auf einen potenziellen Rückgang geeigneter Lebensräume von heute etwa 19.500 Quadratkilometern auf etwa 8.000 Quadratkilometer im Jahr 2070 hin. Dieser Rückgang könnte zusammen mit einer Verschiebung der optimalen Bedingungen nach Süden dazu führen, dass die Migrationsroute fragmentiert wird.

Überwachung des Migrationsverhaltens

Wissenschaftler glauben, dass die Beobachtung der Flügelgröße dabei helfen könnte, festzustellen, ob Monarchen sich dauerhaft in Regionen außerhalb ihrer traditionellen Migrationsrouten niederlassen. In anderen Teilen der Welt ansässige Schmetterlinge haben tendenziell eine kleinere Flügelspannweite als wandernde Schmetterlinge. Diese einfache Metrik könnte wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie der Klimawandel das Verhalten von Monarchen verändert.

Die Zukunft der Monarchenwanderung ist ungewiss, aber der mögliche Verlust dieses ikonischen Naturereignisses unterstreicht die umfassenderen Auswirkungen des Klimawandels auf komplexe Ökosysteme. Die Studie hebt eine subtile, aber entscheidende Konsequenz hervor: die Veränderung der Migrationsmuster, auch wenn das Überleben der Arten nicht unmittelbar gefährdet ist.