Proteinentdeckung zeigt Potenzial zur Umkehrung der Gehirnalterung

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Wissenschaftler haben ein Schlüsselprotein, DMTF1, identifiziert, das offenbar die Neuronenproduktion in alternden Gehirnen wiederherstellt und einen potenziellen Durchbruch beim Verständnis und möglicherweise bei der Umkehrung des altersbedingten kognitiven Verfalls darstellt. Mit zunehmendem Alter produziert unser Gehirn auf natürliche Weise weniger neue Gehirnzellen, was zu einer verminderten Lernfähigkeit und einer erhöhten Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen führt. Diese Forschung identifiziert einen Mechanismus zur Wiederherstellung des jugendlichen Neuronenwachstums auf zellulärer Ebene.

Die Wissenschaft vom alternden Gehirn

Der Rückgang der Neuronenproduktion hängt mit dem Verfall der Telomere zusammen – Schutzkappen auf der DNA, die bei jeder Zellteilung ausfransen. Dieser Verschleiß beeinträchtigt die Replikationsfähigkeit der Zellen und trägt zum kognitiven Verfall bei. Forscher der National University of Singapore (NUS) konzentrierten sich auf neurale Stammzellen (NSCs), die Vorläufer von Neuronen, die mit zunehmendem Alter weniger aktiv werden.

DMTF1: Der Schlüssel zur Neuronenregeneration

Die von Derrick Sek Tong Ong geleitete Studie ergab, dass DMTF1, ein Transkriptionsfaktor, in jüngeren Gehirnen häufiger vorkommt und das NSC-Wachstum stimuliert, wenn er in alternde Zellen eingeführt wird. Dieses Protein wirkt nicht einfach den Auswirkungen verkürzter Telomere entgegen; Es umgeht sie vollständig, indem es Helfergene (Arid2 und Ss18) aktiviert, die den Neuronenbildungsprozess wiederherstellen.

Die Forschung umfasste Laboranalysen menschlicher NSCs und Experimente mit Mäusen und zeigte, dass künstlich erhöhte DMTF1-Spiegel NSCs zum Wachstum und zur Teilung anregten und so die mit jüngeren Gehirnen verbundene Neuronenproduktion effektiv wiederherstellten. Dies deutet darauf hin, dass das alternde Gehirn möglicherweise nicht irreversibel geschädigt ist, sondern in seinen natürlichen Regenerationsprozessen ins Stocken geraten ist.

Implikationen und zukünftige Forschung

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass DMTF1 zur Vermehrung neuronaler Stammzellen beim neurologischen Altern beitragen kann“, erklärt der Neurowissenschaftler Liang Yajing. Obwohl diese Entdeckung vielversprechend ist, befindet sie sich noch in einem frühen Stadium. Die Forschung muss durch umfangreichere Tierstudien validiert werden, bevor Versuche am Menschen in Betracht gezogen werden können. Darüber hinaus gibt der Zusammenhang zwischen DMTF1 und Zellwachstum Anlass zur Sorge hinsichtlich einer möglichen Tumorbildung, wenn das Protein überstimuliert wird.

Warum das wichtig ist

Der Reiz, die Gehirnalterung umzukehren, ist angesichts der zunehmenden Prävalenz von altersbedingtem kognitivem Verfall, Demenz und neurodegenerativen Erkrankungen groß. Bestehende Lebensstilinterventionen wie Ernährung und Bewegung können helfen, aber ein gezielter biologischer Mechanismus wie DMTF1 bietet einen direkteren Ansatz. Die Studie ergänzt eine wachsende Zahl von Forschungsarbeiten, die nach Möglichkeiten suchen, den Alterungsprozess im Gehirn zu verlangsamen, zu stoppen oder sogar umzukehren, und legt damit den Grundstein für mögliche zukünftige Therapien.

Dies ist ein entscheidender Schritt zum Verständnis der grundlegenden Prozesse hinter der Gehirnalterung. Während praktische Behandlungen noch Jahre entfernt sind, bietet die Identifizierung von DMTF1 ein klares Ziel für zukünftige Forschung und einen Einblick in die Möglichkeit, verlorene kognitive Funktionen wiederherzustellen.