Seit über sieben Jahrzehnten pflegt das North American Aerospace Defense Command (NORAD) eine einzigartige Heiligabendtradition: die Verfolgung des Weihnachtsmanns auf seiner Reise um die Welt. Was 1955 als zufälliger Anruf begann, hat sich zu einer beliebten jährlichen Veranstaltung entwickelt, die Militärtechnologie mit Feiertagsstimmung verbindet.
Der zufällige Anfang
Die Geschichte beginnt mit einem neugierigen Kind, das 1955 eine für den Weihnachtsmann bestimmte Nummer falsch wählte und stattdessen das Continental Air Defense Command (CONAD), den Vorgänger von NORAD, erreichte. Flieger, die es gewohnt waren, ausländische Lufträume zu überwachen, mussten Anrufe von Kindern entgegennehmen, die den Weihnachtsmann erwarteten, und übernahmen unerwartet die Rolle. Dieser unbeabsichtigte Vorfall etablierte sich schnell als Tradition.
Mit der Zeit wurde die Geschichte immer bunter, und einige Berichte deuten darauf hin, dass eine falsch gedruckte Werbung den anfänglichen Anstieg der Anrufe angeheizt hatte. Die Wahrheit hinter dem ersten Anruf mag im Laufe der Zeit verloren gegangen sein, aber was zählt, ist, dass er ein Phänomen ausgelöst hat.
Vom Verteidigungskommando zum Feiertagshelfer
Bis 1960 hatte NORAD die Verfolgungsaktion für den Weihnachtsmann formalisiert und veröffentlichte öffentliche Updates über seine Fortschritte. Heute stellt das US-Verteidigungsministerium stolz fest, dass dieses Weihnachten sieben Jahrzehnte lang den Schlitten des Weihnachtsmanns mithilfe von Radar überwacht.
NORAD betont jedoch, dass die Route des Weihnachtsmanns selbst für sie ein Rätsel bleibt. Ein hochrangiger Beamter erklärte: „NORAD verfolgt den Weihnachtsmann, aber nur der Weihnachtsmann kennt seine Route.“ Diese spielerische Anerkennung unterstreicht den fantastischen Charakter der Operation und behält gleichzeitig ihre operative Realität bei.
Die Technologie hinter der Magie
Während der Weihnachtszauber auf Glauben beruht, nutzt NORAD bei der Verfolgung reale Verteidigungstechnologien. Das Kommando verwendet Infrarotsensoren, die ursprünglich zur Erkennung von Raketenabschüssen entwickelt wurden, um den Schlitten des Weihnachtsmanns zu identifizieren. Früheren Aussagen zufolge strahlt Rudolphs leuchtende Nase eine Infrarotsignatur aus, die der einer Rakete ähnelt und es Satelliten ermöglicht, seinen Standort zu lokalisieren.
Die in den 1970er Jahren entwickelten Satelliten des Defence Support Program (DSP) waren maßgeblich an diesem Verfolgungsprozess beteiligt. In jüngerer Zeit wurde die Konstellation Space Based Infrarot System Geosynchronous Earth Orbit (SBIRS-GEO) eingesetzt, um die Raketenerkennungsfähigkeiten zu verbessern und die Fähigkeit von NORAD, die Reise des Weihnachtsmanns zu überwachen, weiter zu verfeinern.
Das menschliche Element
Trotz des High-Tech-Einsatzes ist der Santa Tracker stark auf menschliche Unterstützung angewiesen. Jedes Jahr zu Weihnachten besetzen über 1.000 Freiwillige – sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten – das Hauptquartier von NORAD in Colorado Springs und beantworten Hunderttausende Anrufe eifriger Kinder.
So folgen Sie der Reise des Weihnachtsmanns
Am 24. Dezember, ab 6 Uhr ET (1100 GMT), geht der NORAD Santa Tracker live. Kinder können (+1) 877-HI-NORAD (877-446-6723) anrufen oder NORADSanta.org besuchen, um die Fortschritte des Weihnachtsmanns in Echtzeit zu verfolgen.
NORADs Verfolgung des Weihnachtsmanns ist ein Beweis für die Mischung aus militärischer Leistungsfähigkeit und Feiertagsstimmung und zeigt, wie selbst ernsthafte Verteidigungseinsätze einen Hauch von saisonaler Magie aufweisen können.
Die Tradition dient als unbeschwerte Erinnerung daran, dass selbst die fortschrittlichsten Technologien für Freude und Wunder genutzt werden können, insbesondere in der magischsten Zeit des Jahres.
