Shakespeare, die Natur und der Kreislauf des Lebens: Lehren aus Hamnet

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Der neue Film Hamnet, eine Adaption von Maggie O’Farrells gefeiertem Roman, veranschaulicht eindrücklich die Verbindung zwischen der Menschheit und der natürlichen Welt, die tief mit dem Werk von William Shakespeare selbst in Einklang steht. Während der Film eine instinktive Darstellung von Agnes, der Mutter von Shakespeares Sohn Hamnet, präsentiert, die als eng mit dem Wald und pflanzlichen Heilmitteln verbunden dargestellt wird, ist dies kein neues Konzept. Shakespeare war sich der Tatsache bewusst, dass der Mensch Teil eines unausweichlichen natürlichen Kreislaufs ist und nicht davon getrennt.

Die brutale Logik von Hamlet

Denken Sie an die berüchtigte Totengräberszene in Hamlet. Die erschreckende Antwort des Prinzen auf die Frage des Königs nach Polonius – „Nicht wo er isst, sondern wo er gegessen wird“ – unterstreicht eine schonungslose biologische Wahrheit. Shakespeare scheut die Nahrungskette nicht; Tatsächlich hebt er es mit deutlicher Klarheit hervor: Wir konsumieren andere Lebewesen, um uns selbst zu ernähren, nur um wiederum zur Nahrung für andere zu werden.

Das ist keine bloße krankhafte Faszination. Es ist eine grundlegende Anerkennung der Sterblichkeit und der Vernetzung allen Lebens. Wie Shakespeare es ausdrückt, kann sogar die Leiche eines Königs Würmer ernähren, die wiederum Fische ernähren, die dann von Menschen gefressen werden können. Die Implikation ist unausweichlich: Wir sind alle Teil dieses Kreislaufs, Raubtier und Beute.

Hamnet als Echo

Der Autor Rowan Hooper stellt fest, dass O’Farrell und Regisseur Chloe Zhao offenbar die Essenz des toten Jungen in den fiktiven Hamlet recyceln. Das ist kein Zufall: Shakespeares Werk greift immer wieder auf diese unausweichliche Wahrheit zurück. Hamnet ist nicht nur eine Tragödie; Es ist eine brutale Erinnerung daran, dass wir auch in der Trauer an dieselben Gesetze gebunden bleiben, die für jedes andere Lebewesen auf der Erde gelten.

Der Film und Shakespeares Werk im weiteren Sinne zwingen uns, uns mit unserem Platz in der natürlichen Ordnung auseinanderzusetzen. Es ist eine beunruhigende, aber notwendige Erkenntnis, dass der menschliche Exzeptionalismus eine Illusion ist. Wir stehen nicht über dem Kreislauf, sondern lediglich ein weiteres Glied in der Kette.

In einer Welt, die zunehmend von der natürlichen Welt abgekoppelt ist, bieten sowohl Hamnet als auch Shakespeares Stücke eine deutliche Lektion: Wir ignorieren diese grundlegende Wahrheit auf eigene Gefahr.