Peter F. Hamiltons „A Hole in the Sky“: Ein Science-Fiction-Epos mit einem Jugend-Touch

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Peter F. Hamiltons neuester Roman „A Hole in the Sky“ liefert klassische Science-Fiction mit hohem Konzept – ein Generationen-Archenschiff, das durch den Weltraum rast, dessen Gesellschaft in eine mittelalterlich anmutende Hierarchie verfallen ist. Die Geschichte dreht sich um Hazel, eine 16-jährige Protagonistin, die mit einem buchstäblichen Bruch im Schiffsrumpf und der brutalen Realität zu kämpfen hat, dass Bürger im Alter von 65 Jahren zum Wohle der Allgemeinheit recycelt werden.

Die Kernprämisse ist überzeugend. Jahrhunderte nach seiner Reise wurde die ursprüngliche Mission des Schiffes durch gescheiterte Kolonisierungsversuche und interne Unruhen zum Scheitern verurteilt. Die Schiffsbewohner leben im Schatten einer strengen Bevölkerungskontrolle, was Hazels Kampf umso dringlicher macht. Allerdings scheitert die Umsetzung des Romans an der ungewöhnlichen Konzentration auf Teenager-Themen.

Hamilton, bekannt für seine dichten, einfallsreichen Weltraumopern wie die Void-Trilogie und die Commonwealth-Saga, scheint dieses Werk bewusst auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet zu haben. Das Buch erschien ursprünglich 2021 als reine Audioproduktion und wird als Jugendliteratur eingestuft. Während der Autor die Hoffnung auf eine breitere Anziehungskraft geäußert hat, kollidiert die Einbeziehung jugendlicher Sorgen – wie Hazels Sorgen um Kleidung und Romantik – mit den Risiken eines sterbenden Raumschiffs.

Diese Entscheidung ist besonders beunruhigend, wenn man bedenkt, dass Hamilton für seine düsteren, komplexen Erzählungen bekannt ist. Der Wandel scheint nicht im Einklang mit seiner früheren Arbeit zu stehen, in der intellektuelle Rätsel und existenzielle Ängste oft Vorrang vor Teenagerdramen hatten. Der jüngste Anknüpfungsroman des Autors Exodus: Archimedes Engine wurde dafür kritisiert, dass er sich an Videospielinhalten orientiert; Diese neueste Veröffentlichung scheint eine weitere bewusste Abweichung von seinem charakteristischen Stil zu sein.

Trotz dieses Makels behält „A Hole in the Sky“ Hamiltons Talent für komplizierte Welten und unerwartete Wendungen bei. Der Roman ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, die Fortsetzungen sollen später in diesem Jahr erscheinen. Das schnelle Veröffentlichungstempo ist ungewöhnlich, deutet jedoch darauf hin, dass Hamilton mit neuen Formaten und Zielgruppen experimentiert.

Für diejenigen, die mit Hamiltons größerem Werk nicht vertraut sind, bieten Pandora’s Star und Judas Unchained einen besseren Einstieg in seinen charakteristischen Stil der epischen Weltraumoper. „A Hole in the Sky“ mag ein Nischenpublikum finden, insbesondere in Film- oder Fernsehadaptionen, aber es bleibt ein merkwürdiger Fehltritt in einer ansonsten beeindruckenden Karriere.

Letztendlich liefert A Hole in the Sky eine spannende Prämisse, die durch unnötige Jugendelemente behindert wird. Es ist ein Beweis für Hamiltons Können, dass der Roman auch mit dieser Ablenkung fesselnd bleibt, aber es wirft Fragen über seine kreative Ausrichtung auf und ob seine zukünftige Arbeit diesen Weg fortsetzen wird.