Der wegweisende Gefäßchirurg Thomas Fogarty stirbt im Alter von 91 Jahren

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Thomas J. Fogarty, der Chirurg und medizinische Erfinder, dessen Ballonkatheter die Behandlung verstopfter Arterien und Venen dramatisch verbesserte, starb am 28. Dezember im Alter von 91 Jahren in Los Altos, Kalifornien. Schätzungen zufolge hat seine Erfindung Millionen von Leben gerettet, indem sie gefährliche und oft tödliche offene Operationen durch minimalinvasive Verfahren ersetzte.

Frühes Leben und mechanische Begabung

Fogartys Karriere beruhte eher auf praktischem Einfallsreichtum als auf formalen Privilegien. Er wuchs in den 1940er Jahren in Cincinnati auf und war ein autodidaktischer Bastler, der Geräte für seine verwitwete Mutter reparierte. Schon als Kind baute und verkaufte er Modellflugzeuge und entwarf mechanische Verbesserungen wie eine automatische Kupplung für den Roller eines Freundes. Dieser frühe mechanische Antrieb sollte später seinen Ansatz für medizinische Innovationen bestimmen.

Zeuge chirurgischer Einschränkungen

Im Alter von 15 Jahren nahm Fogarty eine Stelle in einem örtlichen Krankenhaus an, um seine Familie zu ernähren, wo er die brutale Realität der Gefäßchirurgie kennenlernte. Die Standardbehandlung von Blutgerinnseln erforderte häufig mehrere Operationen mit einer Sterblichkeitsrate von 50 %. Er erinnerte sich, dass ihn die hohe Misserfolgsrate und die unnötigen Amputationen, die durch die damaligen invasiven Verfahren verursacht wurden, beunruhigten. „Es muss einen besseren Weg geben“, erklärte er später. Diese Unzufriedenheit trieb ihn dazu, nach einer weniger destruktiven chirurgischen Lösung zu suchen.

Die Ballonkatheter-Revolution

Während seines Studiums am University of Cincinnati College of Medicine erfand Fogarty ein Gerät, das die Gefäßchirurgie für immer verändern sollte: den Ballonkatheter. Dieses einfache, aber effektive Werkzeug ermöglichte es Chirurgen, einen entleerten Ballon in eine verstopfte Arterie einzuführen, ihn aufzublasen, um das Blutgerinnsel zu komprimieren, und dann sowohl den Ballon als auch die Obstruktion mit einem minimalen Einschnitt zu entfernen.

Das Gerät wurde schnell zum Industriestandard. Mittlerweile wird es weltweit bei unzähligen Eingriffen eingesetzt und reduziert die Genesungszeiten, das Infektionsrisiko und die Patientensterblichkeit drastisch. Fogartys Innovation war so wirkungsvoll, dass er sowohl mit Thomas Edison als auch mit Mickey Mantle verglichen wurde, ein Beweis für sein Können und sein bleibendes Erbe.

Fogartys Durchbruch ist ein Beispiel dafür, wie die Beobachtung systemischer Probleme aus erster Hand in Kombination mit mechanischem Einfallsreichtum zu transformativen medizinischen Fortschritten führen kann. Seine Arbeit erinnert daran, dass Innovation oft aus dem Wunsch entsteht, Leid zu lindern und nicht nur etwas Neues zu schaffen.

Sein Beitrag veränderte nicht nur die Gefäßchirurgie, sondern ebnete auch den Weg für ähnliche minimalinvasive Techniken in vielen medizinischen Bereichen. Fogartys Einfluss wird noch Generationen lang Leben retten.