NIH stellt die Finanzierung der Forschung zu fetalem Gewebe aus Abtreibungen ein

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Die National Institutes of Health (NIH) haben ein sofortiges Ende der Finanzierung von Forschungen mit menschlichem fötalem Gewebe aus freiwilligen Abtreibungen angekündigt. Mit dieser Entscheidung wird eine politische Änderung unter Präsident Biden aus dem Jahr 2021 rückgängig gemacht, die die Finanzierung solcher Forschungen nach den während der Trump-Administration eingeführten Einschränkungen wieder eingeführt hatte.

Änderung der NIH-Richtlinie

Der Schritt stellt einen bedeutenden Schritt dar, die Finanzierung biomedizinischer Forschung an den erklärten ethischen Prioritäten auszurichten. NIH-Direktor Jay Bhattacharya bezeichnete die Entscheidung als Modernisierungsbemühungen und betonte Investitionen in fortschrittliche Technologien, die die menschliche Gesundheit und Krankheit effektiver modellieren können. In der Erklärung der Agentur heißt es, dass die Zahl der staatlich finanzierten Projekte, bei denen fötales Gewebe verwendet wird, bereits seit 2019 zurückgegangen ist, wobei im Geschäftsjahr 2024 etwa 60 Millionen US-Dollar für 77 solcher Projekte bereitgestellt wurden.

Warum das wichtig ist

Die Kontroverse um die Forschung an fötalem Gewebe hat ihren Ursprung in tiefen ethischen Spaltungen. Befürworter argumentieren, dass das Gewebe für die Erforschung der menschlichen Entwicklung und von Krankheiten unerlässlich ist und zu Durchbrüchen bei der Behandlung von Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Unfruchtbarkeit beiträgt. In der Vergangenheit war fötales Gewebe auch maßgeblich an der Entwicklung von Impfstoffen beteiligt, unter anderem gegen Polio und Hepatitis A.

Kritiker lehnen jedoch die Verwendung von Gewebe aus freiwilligen Abtreibungen ab, was moralische Bedenken hinsichtlich der Herkunft von biologischem Material aufkommen lässt. Das NIH wird weiterhin Forschung mit Gewebe aus Fehlgeburten oder spontanen Abtreibungen finanzieren, obwohl Wissenschaftler aufgrund seiner höheren Qualität und Vorhersagbarkeit im Allgemeinen Gewebe aus elektiven Eingriffen bevorzugen. Fehlgeburtsgewebe kann häufig genetische oder chromosomale Anomalien aufweisen, die die Integrität der Forschung gefährden, und es ist schwieriger, verwertbare Proben zu sammeln.

Langfristige Auswirkungen

Dieser Politikwechsel dürfte die Debatte über das Gleichgewicht zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und ethischen Überlegungen in der biomedizinischen Forschung anregen. Die Entscheidung spiegelt einen breiteren Trend eines zunehmenden politischen Einflusses auf die Finanzierungsprioritäten des Bundes wider, der möglicherweise die Landschaft medizinischer Innovationen neu gestaltet.

Die Neuausrichtung des NIH deutet auf eine erneute Betonung alternativer Forschungsmethoden hin, wie beispielsweise fortgeschrittene Zellmodellierungstechniken, doch die unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Studien, die sich auf fötales Gewebe stützen, bleiben unklar.

Die Entscheidung des NIH unterstreicht das komplexe Zusammenspiel zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, ethischen Bedenken und politischen Agenden bei der Gestaltung der biomedizinischen Forschungspolitik.