Eine neue Studie, die in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht wurde, bietet einen gezielten Fahrplan für die Suche nach außerirdischem Leben und identifiziert 45 Exoplaneten, die am wahrscheinlichsten Organismen beherbergen. Diese Forschung findet statt, während sich die Menschheit mit der Frage auseinandersetzt, wohin künftige interstellare Missionen gelenkt werden sollen – ein Szenario, das im Science-Fiction-Roman Project Hail Mary anschaulich dargestellt wird, in dem eine verzweifelte Mission nach Tau Ceti unternommen wird, um die Erde zu retten.
Wie Astronomen Exoplaneten finden
Wissenschaftler lokalisieren Exoplaneten hauptsächlich mit zwei Schlüsselmethoden. Die Transitmethode misst die leichte Verdunkelung eines Sterns, wenn ein Planet vor ihm vorbeizieht; Größere Planeten erzeugen deutlichere Helligkeitseinbrüche. Die zweite, subtilere Technik besteht darin, das „Wackeln“ eines Sterns zu verfolgen – den leichten Gravitationszug, der von umlaufenden Planeten ausgeübt wird. Wie Lisa Kaltenegger, Astrophysikerin an der Cornell University und Hauptautorin der Studie, erklärt, ist dieses Wackeln umso leichter zu erkennen, je näher und kleiner der Stern ist.
Bisher wurden über 6.000 Exoplaneten entdeckt, aber die meisten davon dürften das Leben, wie wir es kennen, wahrscheinlich nicht beherbergen. Bei vielen handelt es sich um „heiße Jupiter“ – Gasriesen, die gefährlich nahe an ihren Sternen kreisen. Ihre Verbreitung in aktuellen Entdeckungen bedeutet nicht unbedingt, dass sie der häufigste Planetentyp sind; Vielmehr sind sie mit der vorhandenen Technologie einfach am einfachsten zu erkennen.
Bewohnbarkeit definieren: Felsplaneten in der Goldlöckchen-Zone
Ein Planet muss zwei entscheidende Kriterien erfüllen, um als lebensfähiger Kandidat für Leben zu gelten: eine felsige Oberfläche und eine Position innerhalb der „habitablen Zone“ – der Umlaufbahnentfernung, in der flüssiges Wasser existieren kann. Obwohl dies nach wie vor die Standarddefinition ist, erkennen Wissenschaftler zunehmend, dass Leben auch in extremeren Umgebungen existieren könnte.
Interessanterweise wurde inzwischen festgestellt, dass es im Tau-Ceti-System, das im Projekt Hail Mary als potenzieller Zufluchtsort vorgestellt wurde, wahrscheinlich keine Planeten in seiner bewohnbaren Zone gibt. Dies ist eine Erinnerung daran, dass selbst fiktive Szenarien auf einem sich entwickelnden wissenschaftlichen Verständnis basieren.
Top-Ziele für interstellare Missionen
Sollte die Menschheit eine interstellare Sonde starten, deutet die Studie auf mehrere Hauptziele hin:
- TRAPPIST-1: Dieser Rote Zwergstern beherbergt sieben Gesteinsplaneten in seiner bewohnbaren Zone, was ihn zu einem vorrangigen Ziel für das James Webb-Weltraumteleskop macht.
- TOI-715: Dieses System verfügt über einen „Supererde“-Planeten (TOI-715 b) in seiner bewohnbaren Zone, obwohl seine Entfernung von 139 Lichtjahren eine erhebliche Herausforderung darstellt.
- Proxima Centauri: Proxima Centauri ist das unserem nächstgelegenen Sternensystem (4,25 Lichtjahre) und beherbergt in seiner bewohnbaren Zone auch einen erdähnlichen Planeten.
Jenseits der bewohnbaren Zone: Planeten am Rande
Die Studie hebt auch 24 weitere Planeten hervor, die am Rande der Bewohnbarkeit liegen – Welten, deren Oberfläche möglicherweise kein flüssiges Wasser hat, aber dennoch an extremere Bedingungen angepasstes Leben beherbergen könnte. Ein Beispiel für dieses Konzept ist der fiktive Planet in Project Hail Mary, der Leben beherbergt, obwohl es unter normalen Umständen an flüssigem Wasser mangelt.
„Kreativität und Vorstellungskraft sind nur Säulen der Wissenschaft.“
Kaltenegger argumentiert, dass ein flexibler Ansatz bei der Suche nach Leben außerhalb der Erde von entscheidender Bedeutung sei. Während es logisch ist, die Ressourcen auf die vielversprechendsten Kandidaten zu konzentrieren, besteht bei einer zu engen Beschränkung der Suche das Risiko, dass unerwartete Entdeckungen übersehen werden. Das Streben nach außerirdischem Leben erfordert unkonventionelles Denken und Offenheit für Möglichkeiten, die über unser derzeitiges Verständnis hinausgehen.
