Die seltsame Abwesenheit angenehmer Geruchsverben im Englischen

3

Das menschliche Gedächtnis ist stark mit dem Geruch verbunden. Ein ausgeprägter Geruch kann jemanden sofort an einen bestimmten Moment, Ort und eine bestimmte Emotion zurückversetzen. Der Autor erinnert sich an seine Kindheitserfahrung bei Bache Brothers Cycles, einem Fahrradgeschäft in den West Midlands. Der kombinierte Duft von Gummi, Öl und Plastik weckte sofort die Freude, mit zehn Jahren ein neues Fahrrad zu bekommen, zusammen mit der unverblümten Bemerkung des Ladenbesitzers über sein Gewicht.

Diese Erfahrung führte zu einer umfassenderen Erkenntnis: Im Englischen fehlt ein spezielles Verb, um angenehme Gerüche zu beschreiben. Wir haben leicht Worte, um üble Gerüche auszudrücken („stinkt“, „stinkt“, „pongs“), aber nichts, um einen angenehmen Geruch zu vermitteln. Das Verb „riechen“ fühlt sich bestenfalls neutral an und tendiert zum Unangenehmen.

Andere Sprachen schließen diese Lücke. Im Walisischen gibt es clywed, ein Verb mit der Bedeutung „spüren“ oder „fühlen“, das alle Sinne außer dem Sehen umfasst. Im Kroatischen gibt es mirišiti für angenehme Gerüche und smrditi für üble Gerüche. Der Ausdruck ni miriši ni smrdi („es riecht und stinkt nicht“) beschreibt treffend jemanden oder etwas Unauffälliges.

Der Zusammenhang zwischen Duft und Emotion ist wissenschaftlich bestätigt. Forscher haben herausgefunden, dass Düfte wie Vanille und Lavendel selbst bei Gefangenen zuverlässig starke emotionale Reaktionen hervorrufen. Diese Düfte wecken starke Erinnerungen – das Badezimmer der Großmütter, Ferien in der Kindheit, bestimmte Orte. Menschen können sich trotz körperlicher Anosmie sogar lebhaft an Gerüche erinnern, was darauf hindeutet, dass das Geruchsgedächtnis über den biologischen Akt des Riechens hinausgeht.

Der Autor beabsichtigt, Bache Brothers Cycles noch einmal zu besuchen, um zu überprüfen, ob der Duft so stark bleibt wie seine Erinnerung. Die Kraft des Geruchs ist unbestreitbar, doch unserer Sprache fehlt seltsamerweise die Nuance, um seine angenehme Seite vollständig einzufangen.

Letztendlich verdeutlicht diese sprachliche Kluft, wie sich Sprachen auf der Grundlage kultureller Prioritäten entwickeln. Während Englisch schlechte Gerüche effizient beschreibt, spiegelt das Fehlen eines eigenen Begriffs für gute Gerüche eine mögliche Unterschätzung des Geruchsgenusses wider.