Kapitel „Klimawissenschaft“ nach politischem Druck aus dem juristischen Referenzhandbuch entfernt

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Auf Verlangen von 27 republikanischen Generalstaatsanwälten wurde ein Kapitel zur Klimawissenschaft aus einem wichtigen juristischen Referenzhandbuch entfernt, was bei den Wissenschaftlern, die an der Veröffentlichung mitgewirkt haben, Empörung auslöste. Der Vorfall verdeutlicht einen wachsenden Trend der politischen Einmischung in die von der Justiz genutzten wissenschaftlichen Ressourcen.

Hintergrund: Das Referenzhandbuch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen

Das seit 1994 vom Federal Judicial Center herausgegebene Reference Manual on Scientific Evidence dient als wichtiger Leitfaden für Richter bei der Bewältigung komplexer wissenschaftlicher Fragen vor Gericht. Das Handbuch wurde in Zusammenarbeit mit den renommierten Nationalen Akademien der Wissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Medizin entwickelt und gilt seit langem als neutrale und maßgebliche Quelle. Das inzwischen gestrichene Kapitel lieferte den Richtern von Experten begutachtete, evidenzbasierte Einblicke in die Klimawissenschaft.

Die Druckkampagne und Entfernung

Am 29. Januar schickten die Generalstaatsanwälte des Bundesstaats einen Brief an das Bundesjustizzentrum, in dem sie Voreingenommenheit im Klimakapitel behaupteten. Nur eine Woche später wurde das Kapitel stillschweigend aus der Online-Ausgabe des Handbuchs entfernt. Diese schnelle Reaktion wirft Fragen über das Ausmaß des politischen Einflusses auf rechtliche Ressourcen auf. Die National Academies, die das Kapitel immer noch auf ihrer Website hosten, haben ihr Engagement für den Originalinhalt bekräftigt.

Experten-Gegenreaktion

Eine Gruppe von 28 Wissenschaftlern, Ingenieuren und Rechtsexperten, die an anderen Abschnitten des Handbuchs mitgewirkt haben, hat die Entfernung nun öffentlich angeprangert. Ihr Brief, der von Science Politics der Georgetown University veröffentlicht wurde, beschreibt den Schritt als direkten Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz. Die Unterzeichner argumentieren, dass die Handlungen der Generalstaatsanwälte die Fähigkeit der Justiz untergraben, sich auf geprüfte wissenschaftliche Beweise zu stützen.

Eskalation und weitere Forderungen

Die Generalstaatsanwälte unter der Leitung von Austin Knudsen aus Montana haben sich dabei nicht begnügt. Sie haben nun die Nationalen Akademien unter Druck gesetzt, das Kapitel von ihrer eigenen Website zu entfernen, und nannten die fortgesetzte Verfügbarkeit der Ressource durch die Organisation „inakzeptabel“. Diese Eskalation legt eine umfassendere Strategie nahe, um den wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel in Gerichtsverfahren zu diskreditieren oder zu unterdrücken.

Die Entfernung des Kapitels über Klimawissenschaften aus dem Reference Manual on Scientific Evidence ist ein besorgniserregendes Zeichen. Es zeigt, wie politischer Druck die wissenschaftliche Integrität außer Kraft setzen kann, selbst in Institutionen, die auf Objektivität und Unparteilichkeit ausgelegt sind. Der Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu schützen und sicherzustellen, dass Richter bei kritischen Rechtsentscheidungen Zugang zu genauen, unvoreingenommenen Informationen haben.