Astronomen enthüllen größte 3D-Karte des frühen Universums und enthüllen verborgene Strukturen

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Astronomen haben eine beispiellos detaillierte dreidimensionale Karte des frühen Universums enthüllt und ein riesiges Netzwerk aus schwachem Licht und Gas zwischen Galaxien enthüllt, das in früheren Untersuchungen weitgehend unsichtbar blieb. Dieser Durchbruch, der mithilfe von Daten des Hobby-Eberly Telescope Dark Energy Experiment (HETDEX) erzielt wurde, bietet eine neue Perspektive auf die Entstehungsperiode des Universums, die als „kosmische Mittagszeit“ bekannt ist, als die Sternentstehung vor etwa 9 bis 11 Milliarden Jahren ihren Höhepunkt erreichte.

Kartierung des „Meeres des Lichts“

Die Karte zeigt nicht nur Galaxien – die hellen „Städte“ des Kosmos –, sondern auch das diffuse Leuchten von Wasserstoffgas und kleinere, dunklere Galaxien, die in den Räumen dazwischen liegen. Dies ist von Bedeutung, da sich frühere Untersuchungen größtenteils auf die Katalogisierung einzelner, heller Galaxien konzentrierten und dabei eine entscheidende Komponente der Struktur des frühen Universums übersahen. Hauptautorin Maja Lujan Niemeyer erklärte: „In den scheinbar leeren Flecken dazwischen liegt ein ganzes Meer aus Licht.“*

Dieses „Lichtmeer“ entsteht durch Lyman-Alpha-Strahlung, die entsteht, wenn Wasserstoffatome von jungen, heißen Sternen mit Energie versorgt werden. Es ist ein charakteristisches Zeichen intensiver Sternentstehung und damit ein Schlüsselindikator für die galaktische Aktivität in dieser entscheidenden Epoche. Der Co-Autor der Studie, Robin Ciardullo, stellt fest, dass diese Technik es ihnen ermöglicht hat, bisher unbekannte schwache Galaxien und Gaswolken zu lokalisieren.

Linienintensitätskartierung: Ein neuer Ansatz zur kosmischen Kartographie

Zur Erstellung der Karte verwendeten die Forscher eine Technik namens Line Intensity Mapping (LIM). Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die Galaxien einzeln identifizieren, misst LIM das kombinierte Licht der Lyman-Alpha-Wellenlänge von Wasserstoff in weiten Regionen des Himmels. Dadurch können sie nicht nur helle Galaxien verfolgen, sondern auch das diffuse Gas, das sie umgibt und verbindet, was zu einer „Wärmekarte“ der kosmischen Beleuchtung führt.

Die Karte wurde aus einem riesigen Datensatz von über 600 Millionen Spektren erstellt, die von HETDEX gesammelt wurden und ursprünglich dazu gedacht waren, die Expansion des Universums zu messen und dunkle Energie zu untersuchen. Durch die Umnutzung dieses Archivs und die Nutzung von Supercomputern mit individueller Programmierung konnte das Team eine 3D-Ansicht der Wasserstoffverteilung über ein riesiges kosmisches Volumen rekonstruieren. Die Schwerkraft führt dazu, dass sich Materie ansammelt. Deshalb nutzte das Team die Positionen bekannter Galaxien, um das schwächere Hintergrundlicht zu interpretieren, wodurch zuvor nicht erkennbare Strukturen sichtbar wurden.

Implikationen für das Verständnis der Galaxienentstehung

Durch die Kartierung von Wasserstoff während der aktivsten Sternentstehungszeit des Universums haben Astronomen nun ein klareres Bild davon, wie Galaxien Gas sammelten, Sterne bildeten und sich zu den großräumigen Strukturen zusammenfügten, die wir heute beobachten. Die Forschung legt nahe, dass zukünftige kosmische Untersuchungen zunehmend auf Intensitätskartierungen basieren könnten, um nicht nur die hellsten Objekte im Universum, sondern auch das gesamte leuchtende Gerüst, das sie miteinander verbindet, aufzudecken.

Laut Co-Autor Caryl Gronwall stellt diese Studie einen spannenden ersten Schritt bei der Nutzung der Intensitätskartierung zum Verständnis der Galaxienbildung und -entwicklung dar. Die Kombination fortschrittlicher Teleskope wie dem Hobby-Eberly-Teleskop mit neuen ergänzenden Instrumenten ebnet den Weg für ein goldenes Zeitalter der kosmischen Kartierung und verspricht tiefere Einblicke in die Entstehung und Entwicklung des Universums.